Lektion 5 - Reittherapie-Zentrum "Kassiopeia" in Deutschland
Die deutsche Organisation Caritas startete in Kooperation mit dem Zentrum für Reittherapie "Kassiopeia" in Ludwigsburg ab September 2017 für sechs Flüchtlingskinder im Grundschulalter eine regelmäßige Reittherapie für ein Jahr.
.
Foto: Caritas Ludwigsburg-Waiblingen
Die Erfahrung aus vergangenen Projekten zeigt, dass Tiere auch sehr stark traumatisierte Kinder erreichen, die über andere Methoden nicht mehr ansprechbar sind. In der Reittherapie lernen Kinder verantwortungsbewusst mit Tieren und auch mit sich selbst umzugehen. Neben Putzen, Reiten und Entspannungsübungen, lernten die Kinder auch ihre Grenzen einzuschätzen.
Viele Kinder, die am Anfang der Stunde traurig und verschlossen waren, blühten während der Therapie auf. Das sind Erfahrungen, die sie (unbewusst) auch auf andere Lebensbereiche übertragen und die ihnen gut tun und sie stärken. Eine Aussage der Therapeutin über ein Kind, um welches wir uns seit geraumer Zeit Sorgen machten, war: "Jamal ist auf dem Pferd über sich hinausgewachsen".
Und ganz nebenbei - alle Kinder haben ihre sprachlichen Fähigkeiten während des reittherapeutischen Angebotes wesentlich verbessert.
Das Sich-einlassen und Sich-verlassen-können auf ein Pferd sind für traumatisierte Kinder wertvolle Erfahrungen. Sie setzen sich mit anfangs sehr beängstigenden Situationen auseinander und überwinden Schritt für Schritt diese Angst. Dadurch wächst ihr Selbstvertrauen. Das ist entscheidend für den Umgang mit der Traumatisierung.
Weitere Informationen: http://www.caritas-ludwigsburg-waiblingen-enz.de/aktuelles/projekte/reittherapie-fuer-traumatisierte-fluechtlingskinder-8439b7db-7951-4925-a9a9-3204e2f30c51