Lektion 1 - Der Status von Flüchtlingen und die Auswirkungen

Die Zielgruppe der Flüchtlinge und asylsuchenden Kinder in Europa besteht tatsächlich aus mehreren Untergruppen, darunter:

  •      Asylsuchende,
  •      anerkannte Flüchtlinge,
  •      Begünstigte mit subsidiärem Schutz,
  •      Personen mit "geduldetem Aufenthalt"
  •      Personen mit Aufenthaltsrecht nach mehrjährigem "geduldetem Aufenthalt"
  •      Personen mit anderen Formen des regulären Aufenthalts (z. B. Aufenthaltserlaubnis)
  •      Personen mit "unregelmäßigem Aufenthalt".

Diese jeweiligen Status implizieren teilweise sehr verzweifelte Lebensbedingungen von Flüchtlingen und bedingen sehr unterschiedliche Perspektiven, Erwartungen und Motivationen der Zielgruppen für Integrationsbemühungen. Personen mit "irregulärem Aufenthalt" leben in großer Unsicherheit und sind möglicherweise nicht so gut für langfristige Aktivitäten motiviert wie anerkannte Flüchtlinge.

Ein weiterer Aspekt ist die Notwendigkeit der Differenzierung von Flüchtlingszielgruppen hinsichtlicher etwaiger Kriegstrauma und Flugerfahrungen. Flüchtlinge aus Konfliktzonen erlebten oft Traumata durch Verfolgung, Inhaftierung, Folter und Umsiedlung sowie Mangel an Nahrung, Wasser und Unterkunft über lange Zeiträume. Daher ist es wichtig, die Herausforderungen für Flüchtlingsfamilien und Aktivisten, die sich in Integrationsmaßnahmen engagieren, zu verstehen.

Psychologische Notlagen durch den Krieg sind für geflüchtete Kinder und Erwachsene unabhängig von ihrer ethnischen oder kulturellen Herkunft sehr belastend. Flüchtlinge können ein Gefühl der Hilflosigkeit und Verzweiflung erfahren. Das häufigste Problem hinsichtlich der psychischen Verfassung von Flüchtlingen ist die posttraumatische Belastungsstörung und die damit verbundenen Symptome wie Depression, Angst, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, Albträume und Überlebensschuldgefühle.

Die vielen notleidenden Flüchtlinge, die monatelang oder sogar jahrelang in libyschen Gefängnissen waren, und danach auf dem Weg nach Europas monatelang unterwegs waren, brauchen nicht nur die reguläre Hilfe, sondern gezielte medizinische / psychologische Betreuung. Biohof Besuche und -Aktivitäten können solche Pflegemaßnahmen unterstützen.

Eine weitere differenzierende Betrachtung muss nach lokalen, regionalen und nationalen Ursprüngen sowie nach kulturellen und ethnischen Hintergründen von Flüchtlingskindern und -Familien erfolgen und bei den Maßnahmen und Angeboten Berücksichtigung finden.

https://www.unicef.org/eca/Infograph_Child_Relocation_and_Asylum_02_11_16_(002).pdf

Betriebsleiter, Landwirte, Lehrer und NRO-Mitarbeiter, die an Biohof-Besuchen beteiligt sind, sollten über die unterschiedlichen Hintergründe und Erfahrungen von Flüchtlingen, ihren tatsächlichen Lebensumstände und ihre Lebenssituation informiert werden, um angemesene Zugänge zu den Zielgruppen zu finden und geeignete Aktivitäten zu ihrer Unterstützung zu entwicklen.

Biohof-Besuche sind nur dann hilfreich für die Integration und Unterstützung dieser Zielgruppen, wenn diese unterschiedlichen Bedingungen und Aspekte bekannt sind und berücksichtigt werden. Angesichts all dieser Herausforderungen und notwendiger Differenzierungen ist die Kommunikation und Kooperation zwischen Mitarbeitern, Jugendlichen und Eltern ein grundlegende Voraussetzung für die Vorbereitung und Durchführung von Besuchen und Aktivitäten auf den Biohöfen.

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