Einheit 3 - Biobetriebe als Orte der Integration

Können Biobetriebe bei der Integration von Flüchtlingskindern unterstützen?

Auf Bauernhöfen, die Kinder und Jugendliche zu sich einladen, können Flüchtlingskinder die Gelegenheit finden, vertraute Elemente aus ihrem Heimatland wiederzuentdecken und vielleicht ihre Fähigkeiten und ihr Wissen unter Beweis zu stellen. Ein Bauer erzählte, wie kleine Buben aus einer Klasse ihn zu sich winkten, während sie die Kühe striegelten. "Sind das Kühe aus Pakistan?", fragten sie. Er dachte einen Moment über seine seltene Rasse von norwegischen Kühen mit weißen Häuten nach und sagte: "Ja, das sind sie." Ein Mädchen aus Somalia entdeckte vertraute Pflanzen im Hofgarten und verwendete die Pflanzen, um Essen für ihre neuen Klassenkameraden zuzubereiten. Ein Flüchtling aus Syrien, der selbst die Möglichkeit hatte, im Rahmen einer Sprachausbildung auf einem Bauernhof zu arbeiten, nahm bald seine Kinder bald mit und sang bei der Arbeit. Er fühlte sich hier grlücklich.

Die Arbeitsaufgaben auf dem Bauernhof bieten die Möglichkeit, auf andere Weise gesehen zu werden, und trotz Sprachbarrieren Kontakt aufzunehmen, aber auch Sprachkenntnisse zu erlangen. So wie die praktische Arbeit Jugendliche dazu inspiriert, zu schreiben und zu erzählen, was sie auf dem Bauernhof in ihrer Muttersprache getan haben, möchten die Flüchtlingskinder auch in der Sprache des Landes kommunizieren, in das sie gekommen sind. Worte durch sinnliche Erfahrung zu lernen und sichtbare Ergebnisse zu erzielen, ist ein wichtiger Anreiz für das Sprachtraining.

Einige der jungen Flüchtlinge, besonders diejenigen, die allein ohne ihre Familien kommen, waren noch nie in der Schule. Nicht nur die Sprache, sondern die ganze Idee, auf einer Schulbank still zu sitzen, ist ihnen fremd. Es gibt Beispiele für Projekte mit landwirtschaftlicher Arbeit, bei denen die Chance, einen sinnvollen und sichtbaren Beitrag zu leisten, als Brücke zu dem neuen Land und einer neuen Lebensweise dient.

Besuche auf ökologischen Betrieben sind Bildung für Nachhaltigkeit

Seit den 1960er Jahren, als Rachel Carson im Buch "Silent Spring" ihre Sorge um die Umwelt veröffentlichte, ist die Idee des Menschen als zerstörerische Kraft in der Natur fast zum Axiom geworden. Wir haben gelernt und als LehrerInnen über Luftverschmutzung in den Flüssen und Ozeanen unterrichtet und sind um die Jahrhundertwende zu der globalen Klimakrise gekommen. Gleichzeitig ist weitgehend dokumentiert, dass Kinder und Jugendliche viel weniger Zeit in der Natur verbringen. Gorge Monbiot, ein englischer Schriftsteller und Kolumnist für The Guardian, nennt dies die zweite Umweltkrise. Wir schützen, was wir lieben. Wie können Kinder Zugang zu einer fürsorglichen Beziehung zur Natur bekommen?

Biobauernhöfe bieten eine einzigartige Chance, nahen Kontakt mit der Natur aufzubauen. Kinder brauchen positive Erfahrungen des menschlichen Umgangs und Schutzes der Natur, wie Betriebe sie bieten können. Natürlich sind Menschen für viele Naturkatastrophen verantwortlich, aber die Menschheit hat auch die kultivierten und abwechslungsreichen Landschaften geschaffen, die fruchtbaren Gärten voller Kulturpflanzen, die wogenden Getreidefelder sowie unsere vierbeinigen oder gefiederten Gefährten am Bauernhof.

Lassen Sie Kinder das positive Potenzial für die Partnerschaft mit der Natur im ökologischen Landbau kennen und schätzen. Der am Biohof gelebte, wertschätzende Umgang mit der Natur kann Trost, Freude und Hoffnung für die Zukunft geben. Es kann dazu beitragen, den Glauben an das Morgen wiederzubeleben. Martin Luther wird mit den Worten zitiert: "Wenn ich wüsste, dass die Welt morgen zugrunde gehen würde, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen". Die Möglichkeit, einen Beitrag auf einem Bio-Bauernhof zu leisten, bietet eine einmalige Gelegenheit, die Freude am Umgang mit der Natur vor Ort, im tun in den Naturräumen zu erleben. Ist das nicht die Grundlage für Bildung für Nachhaltigkeit?

Weiterführende Tipps: Naturerleben für Kinder (Broschüre zum Download)

Was erwartet Sie in den folgenden Modulen?

Unser e-learning-Kurs besteht aus sechs Modulen. Im nächsten Modul, Teil 2, erfahren Sie, wie Sie Besuche auf Biobetrieben vorbereiten können. Beispiele für Arten von Aktivitäten und Aufgaben, die das Lernen fördern, sind in Teil 3 enthalten. Teil 4 beschäftigt sich mit Möglichkeiten der Integration von Flüchtlingskindern durch Besuche auf Biohöfen und Teil 5 befasst sich mit der Bewerbung von Besuchen auf landwirtschaftlichen Betrieben. Das letzte Modul, Teil 6, vermittelt Erfahrungen und Ideen rund um das Thema der Finanzierung von Besuchen auf Biohöfen.

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