Einheit 2 - Erfahrung für LandwirtInnen und SchülerInnen

Wie profitieren Bauern von Schülerbesuchen?

Bauernhöfe werden hierzulande immer größer, die Entfernung zwischen dem Biohof als Lebensmittelproduzenten und den Kunden, die diese zum Leben brauchen, wird größer. Nur etwa 3% der Menschen in Österreich arbeitet am Bauernhof, doch auch für anderen 97% ist der Bauernhof Lebensmittelproduzent. Nur haben sie oft keine oder sehr wenig Ahnung, wie es am Bauernhof tatsächlich zugeht. Wie auch? 

Die Arbeit, die nötig war, um das Essen auf unseren Tischen herzustellen, ist nicht einfach zu verstehen. Wir kennen Bauernhöfe eher aus Kinderbüchern oder der Fernsehwerbung denn aus der Realität. Lebensmitteln kennen wir aus den Supermarktregalen, die weit weg und völlig entfremdet vom Bauernhof sind. So ist es auch nicht schwer zu verstehen, dass das einzige Kriterium für Lebensmittel oft der Preis ist. Denn wer weiß schon, wie viel Arbeit wirklich für eine ordentliche Herstellung nötig ist? Ohne Wissen darüber, was frische Produkte sind, welche landwirtschaftlichen Urprodukte unser Land hervorbingt - kurz ohne Identifikation mit der bäuerlichen Produktion - ist es verständlich, dass KonsumentInnen immer öfter zu Fertig- oder Halbfertigprodukten, zu Industrieware greifen. Diese haben oft nur wenig Ähnlichkeit mit dem, was am Bauernhof geerntet wurde. Der bekannteste Lebensmitteljournalist der USA, Michel Pollan, schreibt: Essen Sie keine Produkte, die Ihre Großeltern nicht als Lebensmittel erkennen würden. Die sei, seiner Meinung nach die wichtigste Ernährungsregel für ein gesundes, bewusstes Leben. Gehen Sie mal mit den Augen ihrer Großeltern durch den Supermarkt. Eine interessante Erfahrung!

Die Landwirte selbst sind oft allein in den täglichen Aufgaben, ohne Kollegen, mit denen sie reden, und ihre Erfahrungen teilen können. Wo früher viele Menschen am Hof arbeiteten und Hand anlegen mussten, ist es heute oft eine einsame Angelegenheit. Gerade hier ist der Besuch von Kindern und Jugendlichen ein besonderer Wert für die Betriebe: Bauern können vermitteln, wo Lebensmittel herkommen, wie die landwirtschaftliche Produktion, ihre tägliche Arbeit aussieht. Und: Sie kommen in Austausch und ins Gespräch. Viele haben erzählt, dass die Arbeit mit Schulen und Kindergärten ihnen die Chance gegeben hat, den Wert ihrer Arbeit als Bauern wiederzuentdecken, wenn sie dies durch die Augen der Lernenden erfahren. Auch die Kinder erzählen ihren Familien von dem Bauernhof, wenn sie dort waren und mitarbeiten durften. Sie helfen so die Bauern als Ressource in der lokalen Gemeinschaft wieder einzubetten.

Quelle: Grüner Bericht 2017

Für welche Altersgruppe ist ein Besuch auf Bio-Betrieben geeignet?

Alle Altersgruppen werden von einer Hofbesichtigung mit vielfältigen Erfahrungen zurückkehren. Die Kommunikation zwischen dem Landwirt und dem Lehrer ist von größter Bedeutung. Der Landwirt weiß am besten, was die Farm zu bieten hat. Oft hat der Landwirt eine Art Jahresplan bzw. Saisonkalender, der veranschaulich, was das ganze Jahr über am Hof ​​zu erleben ist. Vielleicht ist es möglich, die Geburt von Tieren mitzuerleben oder mitzumachen, wenn viele Hände benötigt werden, zum Beispiel beim Setzen von Pflanzen oder bei der Ernte. Der Lehrer kann erzählen, mit welchen Hauptlernthemen er die Verbindung zum Curriculum, zur Arbeit im Klassenraum herstellen kann. Die Aufgaben müssen dem Alter und den Fähigkeiten der Kinder angemessen sein. Für Kindergärten kann es reichen, ein paar Blätter zu rechen oder Äpfel an Schweine zu verfüttern. Sie brauchen eine Arena, in der sie zwischen Spielen und einfachen Aufgaben wechseln können. Für ältere Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass die Aufgaben real sind, nicht Spiel. Sie möchten echte Arbeiten übernehmen, mithelfen und einen wichtigen Teil übernehmen. Sie möchten gefordert werden. Sonst langweilen sie sich und führlen sich mit ihren Färhigkeiten nicht ernst genommen.. Es erfordert viel von den Landwirten und anderen Helfern auf dem Biohof, die richtigen Aufgaben für die BesucherInnen zu finden, die Aufgaben vorzubereiten und die Lernenden  gut zu unterweisen und auf den Weg zu bringen.

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